Open Pedagogy Icon

Open Pedagogy*

Die Macht von #Open in der Praxis von Lehren und Lernen nutzen#CPT10

Warum ist das wichtig?

In den letzten zehn Jahren lag ein Schwerpunkt der Bewegung für Open Education auf der Erstellung und Einführung von OER. Einige der spannendsten Herausforderungen in Sachen Open Education stellen sich mit Open Pedagogy. Darunter werden im Allgemeinen solche Lehr- und Lernpraktiken verstanden, die dadurch ermöglicht werden, dass sich Unterrichtsmaterialien verwahren, vervielfältigen, verwenden, verarbeiten, vermischen und verbreiten lassen. Der #Open-Kontext versetzt Lehrende in die Lage, die Begrenzungen statischer Schul- / Lehrbücher und traditioneller Aufgabenstellungen zu überwinden. Sie bietet Zugänge zu einfallsreichen, kollaborativen, aktivierenden Lernerfahrungen, die dazu beitragen können, Lehren und Lernen zum Besseren zu verändern.

Worin besteht die Gelegenheit?

Sowohl einzelne Lehrende als auch ganze Organisationen bereiten den Weg für Open Pedagogy, oft unter Nutzung von Wikipedia, dem weltweit größten OER-Repositorium. Zum Beispiel hat eine Gruppe von Hochschullehrenden begonnen, eine redaktionelle Mitarbeit (Editieren) an Wikipedia als Teil der Anforderungen für ihre Lehrveranstaltungen zu verlangen. Zehntausende von Lernenden haben damit die Chance zu authentische Lernerfahrungen erhalten, indem sie Wissen nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten.

Zu den weiteren Herausforderungen von Open Pedagogy gehört es, sich schulische Bildung ganz neu vorzustellen. Schülerinnen und Schüler könnten zentrale Themen in einem Kontext lernen, in dem es um die Lösung ganzheitlicher Probleme in der realen Welt (real-world problems) geht, wie zum Beispiel die Global Grand Challenges oder die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030. Was wäre, wenn wir die Zeit, in denen Lernende an Hausarbeiten schreiben oder Aufgaben abarbeiten, für Crowdsourcing-Lösungen zu solchen Problemen nutzbar machen könnten? Diese Art von Open Pedagogy motiviert Lernende, indem sie die unmittelbare Anwendbarkeit des Gelernten erfahren, und entfacht in der nächsten Generation ein Verlangen danach, an echten Lösungen zu arbeiten. Diese Beispiele zeigen erst den Anfang der Möglichkeiten, die sich aus der Verbindung von OER und Open Pedagogy ergeben können.

Wie kann man sich beteiligen?
  • Lehrende können die Einbeziehung von Open Pedagogy in ihren Unterricht erproben. Das kann klein beginnen, indem Lernende die Aufgabe bekommen, einen Wikipedia-Artikel zu bearbeiten. Oder ganz enorm groß sein, wenn man das Curriculum so umgestaltet, dass es einen Schwerpunkt auf die Global Grand Challenges setzt. Auch Lernende können solche Lernmöglichkeiten erkunden.
  • Regierungen können für alle Bildungsbereiche die effektivere Nutzung von OER im Unterricht unterstützen und finanziell fördern.
  • Lehrende können sich der wachsenden Zahl ihrer Kolleg*innen anschließen, die bereits mit Wikipedia unterrichten. Wiki Education (in Nordamerika) und die Wikimedia Foundation (weltweit) unterstützen Lehrende, die an diesem Ansatz interessiert sind.
  • Lesen Sie die Beiträge zum Schwerpunkt „Open Pedagogy“ auf der Website zum Year of Open, um verschiedene Blickwinkel auf Open kennenzulernen.

*Für die deutsche Übersetzung wurde dieser Begriff nicht übersetzt, da „Offene Pädagogik“ oder ähnliche Begriffe bereits durch andere Bedeutungen besetzt sind und „Open Pedagogy“ sich als Fachbegriff explizit auf OER bezieht.