Open Education für Entwicklung

Open Education für Entwicklung

Neue Möglichkeiten für Bildung zur Unterstützung von Entwicklung erschließen#CPT10

Warum ist das wichtig?

Das Ziel 4 (SDG 4) der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen fordert die Weltgemeinschaft auf, für eine inklusive und hochwertige Bildung für alle zu sorgen und lebenslanges Lernen zu fördern. Diese Vision steht im Mittelpunkt der Cape Town Declaration und bildet hinter den Zielen von Open Education eine gemeinsame Wertvorstellung. Als Bewegung müssen wir die Bedeutung von Open Education für die Förderung von Entwicklung auf der ganzen Welt in den Mittelpunkt rücken.

Es gibt vielfältige Herausforderungen für die Erweiterung von Bildungschancen in Bezug auf Entwicklung. Allzu oft besteht ein Hindernis in der fehlenden Bereitstellung von qualitativ hochwertigen, lokal relevanten Unterrichtsmaterialien, insbesondere in unterversorgten Sprachen und Regionen, die nach herkömmlichen Marktmechanismen keine Priorität haben. Andere Herausforderungen können infrastruktureller Natur sein. Dazu gehören Internet- und Stromversorgung oder Transportsysteme, damit Materialien die Lernenden erreichen, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dort, wo der Zugang zu Technologie zunimmt, sind Lehrerbildung und digitale Kompetenzen möglicherweise nicht ausreichend fortgeschritten. Während die Spezifika je nach Ländern und Kontexten sehr unterschiedlich sind, besteht ein gemeinsamer Nenner darin, dass traditionelle Ansätze nicht funktionieren und neue Ansätze erforderlich sind.

Worin besteht die Gelegenheit?

Open Education ermöglicht neue Ansätze in der Entwicklung von Lernressourcen. Dazu gehören Strategien und Methoden zur Wiederverwendung, Übersetzung und Anpassung offen lizenzierter Inhalte. Storyweaver von Pratham Books ist ein großartiges Beispiel für ein Projekt, das einen neuen Ansatz verfolgt. Jede*r kann sich beteiligen, in dem er/sie Bücher in die eigene Landessprache übersetzt oder sogar neue Geschichten erstellt, die auf Bildern und Illustrationen beruhen, die von anderen geteilt wurden. Die Bücher sind offen lizenziert, können heruntergeladen und vor Ort gedruckt werden.

Auch die Möglichkeiten zur Lokalisierung (Anpassung an Gegebenheiten vor Ort) und massenhaften Verbreitung von OER nehmen zu, auch durch den Einsatz von mobilen Geräten. In Senegal, einem der am schnellsten wachsenden Märkte für Online-Bildung im Selbststudium, übersetzt und passt das Projekt SeeSD MINT OER an die lokalen Bedürfnisse an. Die African Virtual University (AVU) hat ein OER-Repositorium geschaffen, über das afrikanische Lehrende OER untereinander und mit der Welt teilen können.

Zugang zu Bildungsmaterialien ist wichtig, aber nicht ausreichend. Es kommt genau so darauf an, dass Lehrende und Schulen die erforderliche Ausbildung und die Unterstützung erhalten, um OER zu finden, anzupassen und effektiv mit Lernenden einzusetzen. Dazu gehören auch grundlegende digitale Kompetenzen. Open Education kann auch hier neue Ansätze bieten. TESS-India ist beispielsweise ein professionelles Entwicklungsprogramm, das die Anwendung einer wirksamen, lerner-zentrierten Didaktik für den Unterricht mit OER unterstützt, wovon die Lernenden profitieren.

Wie kann man sich beteiligen?
  • Beteiligen Sie sich als Übersetzer*in oder Content-Ersteller*in an Projekten wie Storyweaver oder African Storybook, die die Produktion von lokal relevanten Bildungsressourcen unterstützen.
  • OER-Erstellende sollten bewährte Verfahren anwenden, um bearbeitbare Quelldateien verfügbar zu machen. Das macht es anderen leichter, Materialien zu übersetzen und zu lokalisieren. Vermeiden Sie nach Möglichkeit proprietäre Formate, die für die Bearbeitung den Kauf von Software erfordern.
  • Sprechen Sie über Open Education als Weg zur Erreichung des vierten Ziels für nachhaltige Entwicklung (SDG 4). Die SDGs genießen in internationalen Kreisen hohe Sichtbarkeit. Dies kann dazu beitragen, das Bewusstsein für Open Education zu schärfen – und umgekehrt.
  • Schauen Sie die Studienergebnisse aus der Forschung zu OER für Entwicklung (Research on Open Educational Resources for Development, ROER4D) an, um mehr über OER in Entwicklungskontexten zu erfahren.